11. Februar 2019

Ausgelassene Stimmung unter dem Regenbogen

zwei Sänger auf Bühne
Jeanette Friedrich und Bernd Nauwartat eröffneten die Sitzung mit dem Regenbogenlied. Foto: Schatz

Käfertal

Wenn etwas drei Mal stattfindet, dann hat es ja Tradition. Das würde aber der Sitzung unter dem Regenbogen, zu der die Käfertaler Löwenjäger nun schon zum dritten Mal eingeladen haben, nicht ganz gerecht. Denn die Sitzung hat nicht nur Tradition, sie hat inzwischen auch schon Kultstatus, denn  sie ist einzigartig in ganz Mannheim.

So lässt es sich wohl auch erklären, dass sie relativ schnell komplett ausverkauft war und man jetzt schon Karten für nächstes Jahr kaufen konnte. Die Sitzung am 1. Februar 2020 ist nun ebenfalls bereits ausverkauft.

Egal ob schwul, lesbisch oder hetero, hier feiern alle fröhlich miteinander eine ganz große Party ohne Berührungsängste. Und worauf man auf vielen anderen Prunksitzungen eine ganze Weile warten  muss, nämlich die ausgelassene Stimmung, die gab es hier von Anfang an.

Als sich der Vorhang öffnete, Jeanette Friedrich und Bernd Nauwartat das Regenbogenlied sangen, da schwenkte der ganze Saal stehend bunte Regenbogenfähnchen. Diese Stimmung hielt dann  an bis zum großen Finale rund fünf Stunden später.

Begrüßt wurden die Gäste vom Regenbogenprinzenpaar Sabine und Joti. Diese Ehre ist den beiden lebenslang zuteil, die Freude darüber konnten sie nicht verhehlen. Joti versprach sogar im nächsten Jahr für eine Pyrotechnik zu sorgen. „Aber nicht so wie beim Weißen Ball“, wie er schmunzelnd anmerkte. Dort war ja bekanntlich durch solch ein Feuerwerk ein Dekoteil in Flammen aufgegangen.

Laut wurde es dann mit den „Grawama Spargelbadscha“, die die ohnehin schon kochende Stimmung noch weiter anheizten, was im Anschluss der Sängerin Lou mit ihren bekannten Schlagern aus den 70-er Jahren ebenso gelang. Da wurde mitgesungen und mitgetanzt, der Saal bebte.

Toppen konnte das dann nur noch das Travestie-Duo „Chapeau Claque“.  Fanny Davis und Partner Marco waren ein absoluter Glücksgriff und hatten ihr Publikum sofort im Griff. Fanny freute sich, dass ein ganz „normaler“ Verein eine solche Sitzung  veranstaltet und das noch mit so großem Erfolg. Umso unverständlicher sei es, dass die Tageszeitung darüber nicht berichten will, das sei fast schon ein Skandal bemerkte er unter dem tosenden Applaus des Publikums.

Löwenjäger-Senator Gregor Spachmann  ist es zu verdanken, dass es in jedem Jahr einen Beitrag aus dem Palazzo gibt. Dieses Mal war es das Rollschuh-Duo „Skating Flash“ mit seiner atemberaubenden Rollschuhnummer. Das Männerballet der Löwenjäger feiert in diesem Jahr Jubiläum und präsentierte seinen  Tanz durch die Welt der Tanzfilme. Flashdance,  Blues Brothers und nicht zu vergessen Dirty Dancing mit dem legendären Sprung, das Publikum war begeistert.

Da hatte es Musikprofessor Werner Beidinger nicht so ganz einfach, seinen musikalisch-politischen Beitrag rüber zu bringen. Doch auch das gelang. Ja und dann  kam sie, die Kult-Lady aus dem Café Klatsch, Dolores von Cartier, die natürlich auf der Regenbogensitzung nicht fehlen darf. Das Publikum hätte sie am liebsten gar nicht von der Bühne gelassen.

Nach der Pause eröffneten die Löwenjägerspatzen mit bekannten Schlagern den zweiten Teil. Tanzmariechen Celina Reischl wirbelte flott über die Bühne und die Offiziersgarde zeigte ihren Schautanz, wofür alle viel Applaus erhielten. Es gab ein gefeiertes Wiedersehen sowohl mit Chapeau Claque, die versprachen im nächsten Jahr wieder zu kommen als auch mit Dolores von Cartier.

Und neben einem tollen Soloauftritt von Jeanette Friedrich endete die Sitzung wie sie begann, nämlich mit dem Regenbogenlied, gesungen von Jeanette Friedrich und Bernd Nauwartat, mit vielen bunten Luftballons und einem Publikum, das die bunten Regenbogenfahnen schwenkte und danach an der Bar noch fröhlich weiter feierte.