14. April 2021

Frosch in der Hand

Erdkröte
Im Käfertaler Wald lebt die geschützte Erdkröte. Bei wärmer werdenden Temperaturen wandern die Amphibien zum Karlsternweiher und legen dort ihren Laich ab. Fotos: Paesler

Käfertal

Gemeint ist nicht die Anzahl der Mannheimer, die ins beliebte nördliche Naherholungsgebiet strömten, sondern das Gewusel im Wasser. Die eigentliche Zeit der Krötenwanderung war wohl vorbei, aber am Ufer des Karlsternweihers waren noch viele der Erdkröten zu beobachten.

Familien besuchten die Aussichtsplattform, Kinder standen am Wasser und beobachteten mit Begeisterung die handtellergroßen Erdkröten, die dort herumschwammen.

Die Szenerie war die einer freundlichen Begegnung von Großstadtkindern mit der Natur. Wer will, dass die nächste Generation von Menschen die Natur liebt und schützt, muss auch die Begegnung bejahen und die Freude an ihr wecken und fördern.

Der Beobachter musste an den Spruch vom Spatz in der Hand denken. Er gibt zu: Ein Piepmatz, der zutraulich Futter auf der Hand entgegennimmt, ist ihm tatsächlich lieber als die Taube auf dem Dach.

Aber ein Frosch in der Hand, das ist schon was ganz Besonderes. Die Kinder jubelten vor Vergnügen, und die Eltern mahnten, vorsichtig mit den kleinen Lebewesen umzugehen.

Uns gelang es schließlich, auch einen Blick auf die nächste Generation der Erdkrötenpopulation am Karlsternweiher zu erhaschen. Es waren die Laichschnüre, die im Flachwasser in Ufernähe deutlich zu erkennen waren; die Telefunktion des Fotoapparates brachte sie uns näher.

Auch für einen Journalisten war mal nicht die schlechte, spektakuläre Nachricht eine gute Nachricht, wie erholsam! Wir leben in einem Land, das den Aufwand nicht scheut, bestimmte Lebewesen zu schützen und jedes Jahr sogar ein paar Wochen lang eine Straße für Autos zu sperren, damit die Tierchen gefahrlos zu ihrem Laichplatz wandern können.

Schön, muss man sagen. In einer Zeit, wo wegen der Pandemie alles auf Abstand gehen muss, bedeutet es ein Stück Normalität. Außergewöhnliche Normalität: Natur, zum Greifen nah.