30. Juli 2021

Julia Wege verlässt Amalie

Porträt einer Frau
Julia Wege verlässt die Beratungsstelle Amalie. Foto: zg

Mannheim

Julia Wege, Gründerin und seitdem Leiterin von Amalie, der Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution, wechselt in die Wissenschaft. Sie folgt zum 1. September dem Ruf auf eine Professur an die RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten.

Wege werde als unterstützendes Mitglied des Amalie-Beirats dennoch weiterhin zur Verfügung stehen, wie die Direktion der Diakonie mitteilt. Auch laufende Projekte, werden von Wege weiterhin betreut.

Die Ausschreibung für eine geeignete Nachfolge wird zeitnah veröffentlicht.

Acht Jahre leitete Julia Wege die Beratungsstelle Amalie für Frauen in der Prostitution. Wege hinterlässt ein exzellent aufgestelltes Haus, das bestens in Stadt und Land vernetzt ist, mit wichtigen Stakeholdern kooperiert, sich aber auch dem schwierigen Umfeld anpassen musste.

„Sie war maßgeblich an der Umsetzung, der Etablierung der Anlaufstelle für Frauen zuständig und am Aufbau eines tragenden Netzwerks an Unterstützern, Stiftern und Spendern beteiligt“, sagt Michael Graf, Direktor des Diakonischen Werks.

Die Strahlkraft des Projekts, nicht nur in der Stadt, sondern auch bundesweit, teilweise sogar international, sei immens, habe spartenübergreifend Bereiche wie Kultur, Soziales und Politik überzeugt, Unterstützer abgeholt.

Diese Leistung sei stark an die Person Wege gebunden – sie habe es geschafft Menschen auf das Thema Armutsprostitution aufmerksam zu machen, ein Tabuthema, das anfänglich schwer zu vermitteln war, so Graf weiter.

„Die Zeit bei Amalie hat mir unwahrscheinlich viel gegeben, es war und ist mir ein Herzensanliegen, den Frauen, die am Rande der Gesellschaft stehen, zu helfen, auf sie aufmerksam zu machen – ihnen ein Gesicht zu geben. Von daher freue ich mich sehr über die gegebene Möglichkeit im Rahmen meiner Professur Amalie weiterhin begleiten und unterstützen zu können“, so Julia Wege.