22. Februar 2021

Kinderabendkirche in der Tüte

Almenhof

Sie hingen an der Wäscheleine oder standen aufgereiht in einer Kiste: 30 farbige Tüten, verziert mit einem Regenbogenmotiv, warteten im Foyer der Maria-Hilf-Kirche auf ihre großen und kleinen Abholer. Gefüllt waren sie mit einer Anleitung für einen Gottesdienst mit Texten, Anregungen, Gebeten, einem Lied und einem Ausmalbild.

Dazu gab es noch Kressesamen, der passend zum ausgewählten Bibeltext, dem Gleichnis vom Senfkorn (Markus 4), passte. Auch ein Teelicht und etwas Süßes durften nicht fehlen. Die Tütenaktion, die die Organisatorinnen der Kinderabendkirche, Melanie Slota, Simone Heneric und Gerda Hofmann, initiiert hatten und die als Ersatz für die Veranstaltung vor Ort während des Lockdowns diente, fand reißenden Absatz.

Vier- bis fünfmal im Jahr findet samstagsabends dieser besondere Gottesdienst für Kinder und Erwachsene in Maria Hilf statt. Dabei versammeln sich normalerweise alle im Kreis im Altarraum. Während die Älteren auf Stühlen Platz nehmen, lassen sich die Kleinen im Schneidersitz auf Kissen davor nieder.

Ein wichtiges Element ist, die Kinder durch kleinere Aktionen, wie Lieder und Gebete in den Gottesdienst miteinzubeziehen. Dazu gibt es eine kindgerechte Vermittlung des Evangeliums, bei dem auch die Erwachsenen nicht zu kurz kommen.

Der Kerngedanke dabei: Gottes frohe Botschaft der unendlichen Liebe für jeden Menschen im Gottesdienst sichtbar werden zu lassen. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Abendessen im Gemeindehaus.

Bis zu 70 Teilnehmer kommen in der Regel zu den Gottesdiensten. Mit Beginn der Corona-Pandemie wich man zunächst auf den Vorplatz der Kirche oder den Parkplatz nebenan aus. Im Juli vergangenen Jahres etwa lockten verschiedene Stationen die Besucher zum Thema „Schöpfung“ um das Gotteshaus.

Wer an der Kinderabendkirche teilnehmen möchte, muss sich immer vorher anmelden. „Der Bedarf der Familien ist riesig und mit dem richtigen Hygienekonzept auch sehr gut umsetzbar“, erläutert Slota. So habe im letzten Sommer jede Familie eine eigene Sitzbank mit Abstand zu den anderen erhalten.

„Gesungen wird gerade nicht, wir spielen aber jedes Mal Musik ab“, fährt sie fort. Dazu werden Bewegungen und Gesten in den Ablauf eingebaut, um die Feier lebendig zu halten. Entfallen muss seit Pandemiebeginn das gemeinsame Essen. Dafür bekamen Groß und Klein immer eine süße Kleinigkeit mit auf den Heimweg.

Der nächste Kindergottesdienst soll an einem Morgen, nämlich, Sonntag, 14. März, 11 Uhr – sofern das nach aktuellen Vorgaben möglich sein wird - stattfinden. „Alles ist möglich, wenn man nach guten Ideen und Alternativen sucht“, ist Melanie Slota überzeugt.