1. März 2019

Sarotti-Mohr im Capitol bleibt hängen

Sarotti Werbefigur
Um diese Werbefigur ist eine heftige Diskussion entbrannt. Foto: Schatz

Mannheim

Einer Pressemitteilung der Capitol-Kulturstiftung ist zu entnehmen, dass die Sarotti-Werbefigur im Capitol hängen bleibt, jedoch in veränderter Haltung.

Die Stiftung bedankt sich darin ausdrücklich bei allen, die sich konstruktiv in die Diskussion um die Sarotti Werbeanlage eingebracht haben. Insbesondere gilt der Dank dem Beratergremium, bestehend aus Ruhan Karakul, Gerhard Fontagnier und Prof. Dr. Ulrich Nieß, die die Stiftung intensiv begleitet haben.

Die Diskussion um die Sarotti Werbefigur sei ein emotionales Thema heißt es in dem Pressetext und sie habe eines gezeigt: viele Menschen identifizieren die Figur als ein kolonialrassistisches Zeugnis, das nicht mehr in unsere Zeit gehört.

Andere haben positive Erinnerungen und verweisen darauf, dass sich die Figur historisch nicht mit Rassismus in Verbindung bringen lässt, zumal  die Familie des Erschaffers der Figur Julius Emil Friedrich Gipkens selbst rassistischer Verfolgung durch das NS Regime ausgesetzt war und in die USA floh.

Diese beiden Positionen seien unvereinbar und in einer Art und Weise aufeinandergetroffen, die die Verantwortlichen in ihrer Heftigkeit sehr erschreckt hat.

Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Für uns als Capitol steht außer Frage, dass sich Alltagsdiskriminierung und Rassismus in unserer Gesellschaft unzweifelhaft finden lässt. Es gibt allerdings kaum eine Möglichkeit, darüber ins Gespräch zu kommen.

Mit der Veranstaltungsreihe „Kein Platz für Rassismus“ haben wir einen Ort geschaffen, der dieses Gespräch ermöglicht hat. Mehr als 700 Jugendliche und Erwachsene haben die sechs Veranstaltungen wahrgenommen. Für uns ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass es weiterhin einen Raum für die Auseinandersetzung mit Rassismus geben muss.“

Man hat sich nun entschlossen, die Werbefigur hängen zu lassen, allerdings in  veränderter Haltung. Wie die sein soll muss noch erarbeitet werden und soll dann bekannt gegeben werden.

Um weitere Gespräche zu befördern, wird künftig zu Beginn eines jeden Jahres gemeinsam mit weiteren Akteuren und Initiativen zu den Aktionstagen „Kein Platz für Rassismus“ eingeladen.