28. August 2018

Spendensammlung für indische Orden

Ordensschwestern im Hochwasser
Die Schwestern in Kerala helfen, wo sie können. Foto: Caritas

Mannheim

Tagelang wussten sie nicht, ob ihre Familien noch leben oder wie es ihren Mitschwestern in der Heimat geht – die starken Überschwemmungen in Südindien sind für die indischen Ordensschwestern, die in den Pflegeheimen des Caritasverbands Mannheim tätig sind, keine ferne Katastrophe, sondern ganz nah dran.

Viele der Orden, mit denen der Caritasverband zusammenarbeitet, sind im südindischen Bundesstaat Kerala beheimatet, wo die Überschwemmungen besonders schwerwiegend sind. Vier bis fünf Tage lang konnten die Schwestern in Deutschland dort niemanden erreichen, weil die Kommunikation zusammengebrochen war.

Inzwischen wissen sie, dass kein Angehöriger ums Leben gekommen ist. Aber viele haben alles verloren, was sie besaßen. Auch diverse Konvente haben Schaden genommen.

So haben die Eltern von Schwester Elisabeth und die Eltern von Schwester Anjali, Benediktinerinnen im Maria Frieden Pflegezentrum, ihren ganzen Besitz verloren, die einen durch Hochwasser, die anderen durch einen Erdrutsch.

Wie ihnen geht es geschätzten 1,4 Millionen Menschen dort: Sie mussten ihre Häuser verlassen, konnten nichts mitnehmen, die Häuser wurden mit Wasser und Schlamm überflutet. Jetzt zieht sich das Wasser langsam zurück, aber die Häuser sind unbewohnbar.

„Meine Eltern haben keinen Strom, kein Trinkwasser und kein Essen“, erzählt Schwester Elisabeth.

Auch viele Schwesternkonvente hat es so getroffen. Sieben Häuser seien allein in ihrer Provinz betroffen, berichtet Schwester Tincy, Karmelitin im Horst Schroff SeniorenPflegeZentrum. Die unbeschädigten Konvente und ihre Schulen dienen jetzt als Notunterkünfte für obdachlos gewordene Menschen.

So versorgt der Orden von Schwester Tincy rund 2400 Menschen mit einem Dach über dem Kopf, Essen und Trinken. Die Bethanien-Schwestern aus der Provinz Pathanamthitta beherbergen derzeit sogar mehr als 3000 Menschen. „Aber es gab drei Tage lang nichts zu essen“, erzählt Schwester Sara aus dem Joseph-Bauer-Haus.

Auch die Schwestern anderer Orden berichten von evakuierten Mitschwestern, beschädigten Klöstern, aber auch, wie die Schwestern vor Ort versuchen, Not zu lindern.

Verschmutzte Trinkwasserbrunnen, giftige Schlangen in den überschwemmten Häusern, überteuerte Lebensmittel – mit solchen Problemen haben die Menschen in Kerala jetzt zu kämpfen.

Viele, dazu gehören auch Schwester Anjalis Eltern, sind wegen unpassierbarer Straßen immer noch von der Außenwelt abgeschnitten.

„Das macht auch mich betroffen“, sagt Caritas-Vorstandsvorsitzende Regina Hertlein. „Deshalb haben wir als Caritasverband Mannheim jetzt eine Spendensammlung gestartet.“

Das Geld wird an die indischen Orden verteilt, die damit vor Ort Nothilfe leisten. „Ich war selbst schon in Kerala und habe gesehen, was für eine gute soziale Arbeit die Schwestern dort unter schwierigen Bedingungen machen“, sagt Regina Hertlein. „Ich bin davon überzeugt, dass die Klöster das Geld richtig verwenden, so dass es dort ankommt, wo es am meisten gebraucht wird.“

Wer die Schwestern unterstützen möchte, der kann das auf folgendes Spendenkonto tun:

Caritasverband Mannheim e.V., IBAN DE27 6705 0505 0030 1961 98, Sparkasse Rhein Neckar Nord. Stichwort „Fluthilfe indische Schwestern“.

Spenden in bar nehmen die Verwaltungen der Caritas-Pflegeheime entgegen.