27. März 2019

Stolperstein und Ausstellung erinnern an Sigmund Lewin

Der Künstler lässt Stein in den Boden ein
Gunter Demnig verlegt jeden der Steine persönlich. Foto: Warlich-Zink

Seckenheim

In der Offenburger Straße 23 erinnert seit Dienstag, 26. März, ein Stolperstein an Sigmund Lewin.  Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat diesen zusammen mit weiteren Steinen im Mannheimer Stadtgebiet zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes ins Straßenpflaster eingelassen. Stets an Orten, an denen diese Menschen damals gelebt oder gearbeitet haben. Die Steine tragen eine Messingplatte, in der Namen und Lebensdaten der NS-Opfer eingraviert sind. So auch in Seckenheim, wo Lewin am 10. November 1938 mit weiteren Seckenheimer Juden nach Dachau verschleppt wurde. Am 1. April 1945 wurde er nach Theresienstadt deportiert, überlebte und kehrte am 25. Juni 1945 von dort nach Seckenheim zurück. Lewin verstarb Ende der 1950er Jahre. 

Angeregt wurde der Gedenkstein für Lewin durch Ralf Lottermann beim AK Stolpersteine Mannheim. Die Familie Lottermann hat auch die Kosten der Verlegung übernommen. Im Anschluss hielt der Historiker Markus Enzenauer im Heimatmuseum eine Kurzreferat zum Thema „Judentum in Seckenheim“. Dort stellten Ralf Lottermann und Wolfgang Vogler auch die Fotoausstellung zu Sigmund Lewin vor, die seine Arbeit als Fotograf mit eigenem Atelier würdigt. Die Ausstellung ist am Sonntag, 28. April, um 15 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Gezeigt werden Fotoarbeiten, die dem Heimatmuseum von privat als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden ebenso wie Postkarten. Die Familie Lottermann hat sich bereit erklärt, davon Kopien herzustellen, die zum Preis von 1,50 Euro pro Stück verkauft werden. Dazu wird eine Bestellliste ausgelegt. Der Überschuss kommt dem Heimatmuseum zugute.