27. Februar 2019

Zu Gast bei Ilka Sobottke

Frau beim kochen
Pfarrerin Ilka Sobottke kocht gerne und ist eine perfekte Gastgeberin. Foto: Schatz

Mannheim

Sie ist eine Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt, auch mal unangenehme Themen anspricht und damit, wie kürzlich bei einem Artikel in der Tageszeitung, verständlicherweise auch aneckt. Doch gerade das zeichnet sie als Bloomaul aus, wie Bert Siegelmann vom Verleihungskomitee anlässlich eines Pressegesprächs betont.

Denn Kriterien, um die höchste bürgerschaftliche Auszeichnung, die Mannheim zu vergeben hat, nämlich den Bloomaulorden, zu erhalten gibt es keine. Darüber entscheidet einzig und alleine das dreiköpfige Komitee.

Denn wie sagte Bert Siegelmann so schön: „Wir können ja schließlich nicht die Menschen auf der Straße fragen, wer denn nun Bloomaul werden soll“. Recht hat er und für ihre Äußerungen hat sich Pfarrerin Ilka Sobottke inzwischen ja auch entschuldigt.

Wie immer fand im Vorfeld der Verleihung ein Pressegespräch statt, bei dem sich zeigte, dass Ilka Sobottke auch eine sehr gute Gastgeberin ist. Sie kocht leidenschaftlich gerne, am liebsten für viele Menschen. Und so fand die Unterhaltung zwischen Feldsalat mit Roquefortkäse und kandierten Walnüssen, einem vegetarischen Mangold-Kuchen und Pasta mit Fleisch und scharfer Soße statt.

Die Pfarrwohnung, in der sie schon seit 20 Jahren wohnt, hat direkten Blick auf die CityKirche Konkordien. Wenn es nach Ilka Sobottke geht, dann  möchte sie auch gerne noch lange hier bleiben. Geboren in Bad Segeberg verbrachte sie Teile ihrer Jugend in Hamburg und auch der Kurpfalz, studierte und lebte eine Zeitlang in Italien, ist jetzt aber in Mannheim angekommen und fühlt sich hier auch wohl.

Der Kurpfälzer Dialekt habe ihr am Anfang schon Probleme bereitet, heute liebt sie die direkte und offene Art der Menschen hier. Schon als Jugendliche sei sie mit der Kirche in  Berührung gekommen, sie wurde ihr zu einem Ort der Begegnung. Und das obwohl sie aus keiner religiösen Familie stammt.

Schon in der Schule fand sie Religion toll. Durch ein Praktikum in Hilsbach-Weiler sei die Entscheidung gefallen, Pfarrerin zu werden. Sie wollte sich aber nicht einengen lassen, denn der Glaube sei etwas Weites. Man solle sich befreit fühlen, wenn  man aus der Kirche kommt und sich zu nichts zwingen lassen, schon gar nicht zum „Kampfbeten“.

Sehr wichtig sind ihr auch die Ökumene und der Austausch mit anderen Religionen, zum Beispiel Juden oder Muslimen. Sie selbst sei froh, evangelisch zu sein. Obwohl sie ein sehr geselliger Mensch sei, gerne Gäste habe, brauche sie auch ihre Momente der Ruhe, so die engagierte Pfarrerin.

Demnächst gibt es eine neue Herausforderung, denn  sie gehört zu den Pfarrern, die in der ARD das Wort zum Sonntag sprechen. Medienerfahren ist sie bereits, nutzt die Medien auch für religiöse Zwecke, denn so kann sie viel mehr Menschen erreichen als beim Gottesdienst, den sie allerdings wegen der Nähe zu den Menschen sehr liebt.

Zum ersten Mal zu hören und zu sehen ist sie am Samstag, 23. März. Dass sie den Bloomaulorden bekommt, mache sie natürlich sehr stolz. Doch sie widmet ihn auch gleichzeitig ihrem Team, ohne deren Unterstützung ihr vielfältiger Einsatz nicht möglich wäre.

Die Verleihung findet am kommenden Sonntag, 3. März, im Rahmen der Aufführung „Orpheus in der Unterwelt“ im Nationaltheater Mannheim statt.