12. Juni 2019

Projekt „Kreativwerkstatt Südost“

zwei junge Männer
Ismet zeigt sein Kunstwerk einem Freund. Foto: zg

Mannheim

„Alles hat zwei Seiten, deshalb ist es halb schwarz und halb weiß“, kommentiert Robert Cruceru sein Werk. Sein Baum ist auf der einen Seite üppig bewachsen und auf der anderen Seite verdorrt und karg. „Ich wollte gerne Kontraste darstellen, wie im Leben“, sagt der sechszehnjährige Rumäne.

Er absolviert sein Vorqualifizierungsjahr Arbeit, Beruf (VAB) mit dem Schwerpunkt Sprachförderung an der Justus-von-Liebig-Schule. „Ich lerne hier deutsch, damit ich dann eine Ausbildung im Bereich IT machen kann, das ist mein Thema“, beschreibt er seine Zukunft.

Bei der Vernissage in den Räumen des Förderbandes zeigen junge Menschen ihre ersten Erfahrungen in Mannheim oder ihre Sicht auf die Situation in ihren Heimatländern.   Schülerinnen und Schüler aus der Justus-von-Liebig Schule drücken in Bildern, Collagen und diversen künstlerischen Darstellungsformen aus, was sie bewegt.

Diese Kunstwerke haben die Jugendlichen unter Leitung von Anke Schollenberger und Jessica Gennaro, im Rahmen des Projekts „Kreativwerkstatt Südost“ erarbeitet. So auch Nicoleta Lupescu. „Es liegt alles in meiner Hand und ich möchte gerne Hotelmanagerin werden,“ betont sie.

Sie hat die Hand mit einer rumänischen Flagge versehen und sich bei ihrem blumigen Werk von van Gogh inspirieren lassen. Sie kam mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater nach Deutschland und weiß, dass sie jetzt in erster Linie die deutsche Sprache lernen muss. „Dann geht es weiter, egal wo“, schmunzelt sie zuversichtlich.

Ismet Dündar zeigt voller Stolz sein Werk ohne Namen seinem Freund, der extra zur Vernissage gekommen ist. „Ich habe einfach drauflos gemalt. Grün und gelb sind meine Lieblingsfarben“, lacht er und freut sich, dass er zum ersten Mal unter die Künstler gegangen ist.

„Ich möchte gerne Elektrotechniker oder Automechaniker werden“, ist er sich sicher und deshalb lernt der 18-jährige Türke jetzt ganz schnell Deutsch.

„Die jungen Künstlerinnen und Künstler sind erst vor kurzer Zeit nach Mannheim gekommen, erlernen in diesem Jahr intensiv die deutsche Sprache, damit sie im nächsten Schuljahr den Hauptschulabschluss erwerben und damit in einen entsprechenden Ausbildungsberuf starten können“, erklärt Petra Schwenn und eröffnete die Vernissage, die auch im 40. Jubiläumsjahr des Förderbandes stattfindet und zu der dieses Mal besonders viele Schüler gekommen sind.

Neben der Sprachförderung erwerben sie Kenntnisse und Fähigkeiten, die für ihr künftiges Berufsleben wichtig sind. Dazu gehört ein Schulpraktikum, wodurch ein erster Kontakt zur betrieblichen Arbeitswelt in Mannheim hergestellt wird.  Das Projekt wird im Rahmen des Integrationsfonds der Stadt Mannheim gefördert.