6. August 2019

Caritas-Wohnheim St. Anna-Haus feiert Jubiläum

Drei Personen am Rednerpult
ZI-Direktor Prof. Andreas Meyer-Lindenberg (v.l.), Heimleiterin Sandra Haas und Caritas-Vorstand Dr. Roman Nitsch. Foto: Koch

Rheinau

Seit 40 Jahren ist das St. Anna-Haus eine Heimat für Menschen, die psychisch erkrankt sind. Das hat das therapeutische Wohnheim des Caritasverbands Mannheim mit einem Jubiläumsfest gefeiert.

Bei einem Gottesdienst im Garten des Hauses erinnerte Pfarrer Theo Hipp an die Namensgeberin des Hauses, die Heilige Anna – „eine Frau, die das Leben anpackt“. Sie stehe dafür, einander aufmerksam zugewandt zu sein.

Bei seiner anschließenden Begrüßung ging Caritas-Vorstand Dr. Roman Nitsch auf die Geschichte der Einrichtung ein: Das erste St. Anna-Heim entstand bereits 1915 in Neckarau und war eine Aufnahme- und Betreuungsstelle für Mädchen, getragen vom Katholischen Fürsorgeverein.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Einrichtung zu einem Mutter-Kind-Heim, in dem junge, ledige Mütter aufgenommen wurden.

1966 übernahm der Caritasverband Mannheim das Angebot und errichtete einen Neubau in Rheinau-Casterfeld – das heutige St. Anna-Haus. Mit der Verbreitung von Verhütungspillen ging der Bedarf stark zurück, so dass das Haus 1979 umgewidmet wurde zu einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen.

Heute leben dort 33 Bewohnerinnen und Bewohner, weitere 25 werden in Außenwohngruppen betreut. Sie werden beim Umgang mit ihrer Erkrankung und bei der Bewältigung des Alltags unterstützt.

Es gibt Angebote der Beschäftigungstherapie, ein Werkstatt-Atelier und eine Tagesstätte mit Freizeitaktivitäten.

Die Aufgabe, die sich das Haus gestellt habe, sei nur im Zusammenwirken erfolgreich zu bewältigen, so Roman Nitsch: „Es ist gut, dass eine Einrichtung wie diese nicht isoliert da steht, sondern in ein Netzwerk eingebunden ist.“

Ein wichtiger Kooperationspartner ist das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), dessen Direktor Prof. Andreas Meyer-Lindenberg beim Jubiläum den Festvortrag hielt. Darin beschrieb er den Umbruch in der Versorgung psychisch kranker Menschen seit den 1970er Jahren.

Während diese vorher in psychiatrischen Kliniken in 5- bis 10-Bett-Zimmern untergebracht wurden, entstanden dann Wohnheime wie das St. Anna-Haus mit Einzelzimmern und einer deutlichen größeren Teilhabe am Leben der Gesellschaft. Es entwickelte sich ein neues Verständnis davon, wie erkrankte Menschen versorgt werden sollten.

In diesem Zusammenhang und auf Anregung des ZI kam die Umwidmung des St. Anna-Hauses zustande. Diesem bescheinigte Meyer-Lindenberg eine „40-jährige Erfolgsgeschichte“.

Im Anschluss eröffnete Heimleiterin Sandra Haas das Sommerfest. Sie dankte den Mitarbeitenden, dem Vorstand des Caritasverbands Mannheim und den Bewohnerinnen und Bewohnern. „Ich bin sehr dankbar und stolz, zum Team vom Anna-Haus zu gehören.“

Gemeinsam mit einer Bewohnerin schnitt sie die Jubiläumstorte an. Danach gehörte die Bühne Bewohnerinnen und Bewohnern sowie einer Mitarbeiterin, die die Festgäste mit Gesang und Rap unterhielten.

Aktuell wird das St. Anna-Haus renoviert: Das Dach, die Fassade, die Fenster, die Heizung und die Sanitärleitungen werden erneuert. Außerdem werden zwei neue Fluchttruppen, ein Pflegebad sowie neue Umkleiden für das Personal eingebaut. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.