27. August 2019

„Das fühlt sich an wie ein Vertrauensbruch“

Sendemast auf einem Gelände
Der Sendemast ist etwa 40 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Foto: Warlich-Zink

Seckenheim

„Wir sind nicht gegen Digitalisierung“, betont Thomas Rieger. Der Sprecher der neu gegründeten Bürgerinitiative Funkmast erläuterte beim Termin vor Ort vor zahlreichen Bürgern, Stadt- und Bezirksbeiräten, worum es ihm und seinen Nachbarn geht.

Sie fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt, indem man ihnen einen Funkmast direkt vor die Nase setzt. Auch wenn sie nicht als direkte Angrenzer gelten, weil die Randerschließungsstraße die Wohnbebauung von dem Feldstück bei der „Hundehütte“ trennt, hätten sie von Seiten der Stadt Informationen erwartet.

„Es fühlt sich an wie ein Vertrauensbruch“, heißt es in einer Stellungnahme der BI. Fragen nach alternativen Standorten, der Höhe des Mastes, die Art des abgestrahlten Funks, die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit, der Einfluss auf den Wert der Grundstücke – alles das, was jetzt unbeantwortet im Raum steht und zu Verärgerung führt, hätte man besser vorab diskutiert und die Öffentlichkeit sowie die Politik mit einbezogen.

Einen von der Stadt für die Kalenderwoche 35 angebotenen Gesprächstermin will die BI selbstverständlich wahrnehmen. „Bis alles geklärt ist, fordern wir jedoch einen Baustopp“, erklärte Rieger. Zumal der Sendemast das Landschaftsbild verunstalte und man sich fragen müsse, warum er nicht weiter nach hinten gesetzt werden konnte.

Da es sich bei Funkmasten um priviligierte Bauvorhaben handle, habe die Stadt ihn genehmigen müssen. Da es sich bei dem Gelände um ein Privatgrundstück handle, habe die Verwaltung keinen Handlungsspielraum, hatte die Vertreterin der Verwaltung in der letzten öffentlichen Bezirksbeiratssitzung erklärt.

Dort hatten sich sowohl Bezirks- als auch Stadträte ebenfalls verärgert darüber geäußert, dass sie erst kurz vor der Errichtung informiert worden seien, obwohl der Bauantrag bereits seit zwei Jahren bekannt sei.

Lesen Sie mehr zum Thema in den Seckenheim-Rheinau-Nachrichten vom 20. September.