17. August 2015

Zirkusaufführung von Schülerinnen und Schülern der Odilienschule

Schüler balancieren
Balancieren mit Tellerdrehen erforderte viel Konzentration. Foto: Meixner

Neckarau

Trotz Temperaturen über 30 Grad warteten viele Besucher in der Aula der Freien Waldorfschule am Neckarauer Waldweg gespannt, was und wer wohl hinter dem nachtblauen Sternenvorhang ins Rampenlicht der Manege tritt. Diese war dekoriert mit bunten Bändern und Girlanden, mit Portrait-Sonnen und gezeichneten Tiergesichtern, welche die Akteure des Vormittags, nämlich alle Klassen der Odilienschule, gebastelt hatten.

Die Odilienschule gehört zum Neckarauer Waldorfdreieck und ist eine staatlich anerkannte Freie Schule für Erziehungshilfe und Förderschule auf der Grundlage der Waldorfpädagogik für Kinder, die individuelle und besondere Förderung brauchen.

Die Zirkusaufführung war das Ergebnis einer Projektwoche, die vom Mannheimer  Kinder- und Jugendzirkus Paletti unterstützt und durch eine Spende der Ruth-König-Stiftung ermöglicht wurde. Das Vorstellungsprogramm umfasste mehrere in den Klassen besprochene Bereiche; jeder der Mitwirkenden konnte sich auch klassenübergreifend seinen bevorzugten Bereich auswählen, in dem mit den Profis des Zirkus Paletti gearbeitet wurde, die auch Kostüme und Geräte zur Verfügung stellten. In gut vier Tagen ist so  eine großartige Vorführung entstanden, die das Publikum in der Aula staunen machte. Auch Schulleiterin Christiane Sattler zeigte sich begeistert von den Leistungen ihrer Schützlinge: „Dieses Projekt ist unter sportlichem, gesundheitlichem und sozialem Aspekt ein Gewinn. Die Schüler werden zu Interaktion animiert und üben nicht nur eine bessere Körperbeherrschung, sondern erfahren soziales Lernen“.

Dies stellten sie in der gut einstündigen Vorstellung eindrucksvoll unter Beweis.

Nach der Einstimmung der Zuschauer durch die Zirkusdirektoren Tatjana und Fynn glänzten die Schüler und Schülerinnen unter anderem beim Jonglieren von bunten Tellern auf einem Stock und beim Seiltanz, standen auf Brettern, die auf einer Rolle in die Waagerechte balanciert werden mussten oder setzten sich als Fakire auf ein Nagelbrett oder in einen Scherbenhaufen. Ein „Herkules“ zerquetschte eine rohe Kartoffel mit der Hand und sprengte eine Eisenkette. Niedlich kostümierte Tiger in ließen sich von einem Dompteur befehlen, durch Ringe zu springen, andere Zirkuskünstler schafften es, auf großen Bällen zu stehen und sich dabei Ringe oder Bälle zuzuwerfen. Besonders spektakulär waren mehrere Vorführungen auf zwei von der Decke herabhängenden Trapezen, auf denen sich bis zu vier Schüler bewegten. Die Menschenpyramide setzte einen beinduckenden Schlusspunkt.

Alle waren bei brütender Hitze mit viel Begeisterung, konzentriert und diszipliniert bei der Sache, so dass es langen und heftigen Applaus gab.