Unterhaltsamer Aschermittwoch der Mannheimer Liste

Nach dem Vortrag überreicht ML Vorsitzender Holger Schmid dem Referenten Dr. Ulrich Nieß die Chronik der ML und eine kleine Wegzehrung.
MANNHEIM. Einen recht unterhaltsamen Vortrag, der jeder Fasnachtssitzung zur Ehre gereicht hätte, hielt Dr. Ulrich Nieß, Chef vom Institut für Stadtgeschichte der Stadt Mannheim auf dem politischen Aschermittwoch der Mannheimer Liste – Freie Wähler (ML). Obwohl er weit in die Geschichte zurückging, gab es keine Kalauer. Sein Thema: „Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur“. So erwähnte er das große Stadtjubiläum von 1707 und den dreitägigen Basar von 1891, der ausdrücklich Bezug auf das 184 Jahre zurückliegende Stadtjubiläum nahm.
Bei dem richtungsweisenden Stadtjubiläum von 1907 galt es zu berichten, dass bei der Kunstausstellung die Hälfte der Bilder eines gewissen Vincent van Gogh abgehängt werden musste. Die Stadt war damals noch nicht reif für den Impressionismus. Von Stadtjubiläum und Basar war es dann nur ein kleiner Schritt für „Mannheim – Kulturhauptstadt 2020“. Nieß hatte da auch einige, sehr spaßige Vorschläge. Weil im 18. Jahrhundert in Mannheim mehr französisch als deutsch gesprochen wurde, soll, so Nieß, an einem Tag 2020 auch wieder nur französisch gesprochen, Pardon parliert, werden. Und die Zeitungen auch in französischer Sprache erscheinen.
Eingeladen hatte die ML mit den Stadträten Prof. Dr. Achim Weizel, Rolf Dieter und Michael Himmelsbach traditionell in das Casino der Inter Versicherungen. Schon bei der Begrüßung betonte ML Vorsitzender Holger Schmid, dass es hier die besten Heringe der Stadt gibt. Der Chronist kann dem nur beipflichten. Direktor Peter Thomas, Vorstandsvorsitzender der Inter Versicherungen, begrüßte die ML und deren Gäste und versprach, „die Inter Versicherungen werden weiterhin den Rahmen für den politischen Aschermittwoch der ML stellen.“ Stadtrat Rolf Dieter ging dann noch kurz auf die aktuelle finanzielle Situation der Stadt Mannheim ein. Er zitierte Altstadtrat Valentin Gremm, der schon immer sagte: „ohne Moos nichts los“. Dieter bezeichnete die Lage der Stadt Mannheim als schlimm. Er wandte sich entschieden gegen weitere Ausgaben, auch wenn diese als Pflichtausgaben deklariert sind. So sind Löhne und Gehälter wohl Pflichtausgaben, wenn vorher das Personal eingestellt wurde. Dieter verwies auf die Unterschriftenliste gegen weitere Steuererhöhungen.
Der Wahlrheinauer Joachim Schäfer untermalte den Aschermittwoch mit feinster Kaffeehausmusik. Wilde Attacken gegen andere politische Richtungen verboten sich da von selbst.


