Flucht der Hl. Familie nach Ägypten in New York

Strahlende Preisträgerin: Jennifer Herner nimmt den Preis von Helen Heberer MdL und Club Arte-Mitglied Bina Klee in Empfang. Foto: Meixner
NIEDERFELD. Bei der Vernissage der diesjährigen Ausstellung von Schülerarbeiten des Moll-Gymnasiums, die der dort beheimatete Club Arte einmal jährlich präsentiert, gab es keine musikalische Umrahmung, die Kunstwerke sollten im Vordergrund stehen, erklärte Vorsitzender und Kunstlehrer Dieter Dietrich, der unter den Besuchern auch Moll-Direktor Dr. Gerhard Weber und die Landtagsabgeordnete Helen Heberer begrüßte. Und dies aus besonderem Grund: anlässlich des 25-jähigen Bestehens des Club Arte wurde erstmals ein mit 100 Euro dotierter Preis für die beste Schülerarbeit des Moll-Gymnasiums vergeben, der nach überwältigendem Schülervotum auf das Bild „Die Flucht“ von Jennifer Herner, Klassenstufe 11, fiel. Das Bild, vorwiegend mit Pastellkreide und Collagemotiven gearbeitet, versetzt gemäß der Vorgabe „Vorbilder, Nachbilder“ das Barockbild von Adam Elsheimer „Die Flucht nach Ägypten“ aus dem Jahr 1609 in das heutige New York. Dem Betrachter bieten sich die charakteristischen Wolkenkratzer im Hintergrund, davor graue Wellblech-Slums und viel Schmutz und Müll auf den Straßen. Im Vordergrund sitzt eine dunkelhäutige Frau auf dem Boden mit einem Kind auf dem Schoß und sieht einem Hochglanz-Auto nach, das auf der Straße vorbeifährt, daneben ein hölzernes Schild „I have a dream…“ In Weiterführung der barocken Vorlage solle das Bild den Gegensatz von Arm und Reich zeigen, die Träume der Armen auf der Folie der Glitzerwelt New Yorks, gab die Siegerin eine Deutung ihres Bildes.
Landtagsabgeordnete Helen Heberer, die den Preis mit handgeschriebener Urkunde überreichte, zeigte sich von der Qualität des Siegerbilds und vieler anderer der ausgestellten Arbeiten beeindruckt. „Es ist bewundernswert, wie das Gymnasium den künstlerischen Ausdruck der Jugendlichen fördert; die Schulung in den Künsten ist sehr wichtig für das weitere Leben“.
Jennifer Herner hatte sich für das erste von drei vorgegebenen Themen – „Vorbilder, Nachbilder“, „Wege in die Abstraktion“, „Ich“ – entschieden und mit ihrer Interpretation des biblischen Stoffes überzeugt. Bei der Ausstellung waren auch andere preiswürdige Arbeiten zu sehen, darunter Collagen und Plastiken, die Dieter Dietrich dem interessierten Publikum erläuterte.
Zum 25-jährigen Jubiläum verleiht Club Arte neben dem jährlichen internen Schülerpreis einen Schülerkunstpreis für alle Mannheimer Gymnasien, der von dem kürzlich vestorbenen Mitglied und Fotografen des Mannheimer Morgen, Walter Neusch, gestiftet wurde. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wird künftig auf 10 Jahre einmal jährlich vergeben. Schüler können ihre Arbeiten bereits einreichen; am 16. November findet die erste Vergabe des Preises statt. cm
Mehr Infos unter
www.club-arte-mannheim.de






