15. Juli 2019

Letztes Rheinauer Stadtteilfest auf dem alten Marktplatz

„Wir sollten das Wir-Gefühl intensivieren“

Anstich Fassbier beim Eröffnungstag
Das Mannheimer Stadtprinzenpaar (rechts) stieß gemeinsam mit Andreas Schäfer, Sandrina Künster und Michale Lösch (links) aufs Stadtteilfest und die Rheinau an.

Rheinau

Vier Teams, organisiert in einer „kilometerlangen WhatsApp-Gruppe“ haben laut Andreas Schäfer in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass das Rheinauer Stadtteilfest auf mehrere Schultern verteilt und mit neuen Akzenten versehen werden konnte. Gemeinsam mit Sandrina Künster führte Schäfer drei Tage lang durchs Programm. Und die beiden ließen sich vom kräftigen Regenschauer, der prompt zum Festbieranstich am Freitagabend niederging, ebenso wenig aus der Ruhe bringen wie das Mannheimer Stadtprinzenpaar Daniela I. und Dirk der II. Die beiden schlugen zielsicher das Fass an, so dass es zügig Freibier für alle gab.

„Die größte Herausforderung in diesem Jahr war es, dass wir für den Umzug am Sonntag auf Anordnung der Stadt 58 Halteverbortsschilder aufstellen mussten. Das hat uns einen Tausender mehr gekostet“, erklärte Michael Lösch, der sich in diesem Jahr auf Sponsoring und Marketing konzentrieren konnte, nachdem sich ein eigens dafür gebildete Team dem Bühnenprogramm widmete. Nina Fischer gehörte der erste Auftritt des Festes überhaupt. Mit ihrer Harfe verzauberte sie die Gäste. „Sie hat uns den Auftritt geschenkt. Dafür sagen wir Danke“, ließ Künster das Publikum wissen. „Im Stadtteil sollten wir alle wieder näher zusammenrücken und das Wir-Gefühl intensivieren“, erklärte sie. Um dem Ausdruck zu verleihen wurden Buttons mit dem Aufdruck „Wir sind Rheinau“ verkauft. Das Stadtteilfest auf dem Marktplatz bot dazu eine gute Gelegenheit.

Für Ersten Bürgermeister Christian Specht war es eine Ehre, das Große Rheinauer Stadtteilfest in Vertretung des Oberbürgermeisters am Samstag zu eröffnen. Als positive Entwicklungen nannte er die erfolgte Einweihung des Kompaktbahnhofs in Rheinau Süd und die bevorstehende Umgestaltung des Karlsplatzes. Während er auf den Hochbunker gerne verzichten wolle, müsse das Relaishaus für die Identität des Stadtteils erhalten bleiben. Außerdem feiere man gerade eine Abbruchparty, denn der Marktplatz werde im Frühjahr 2020 zu einem neuen Treffpunkt für Rheinau umgebaut.

Ein Abschied war es auch für Arthur Vogt, der den Gemeinnützigen Verein Rheinau seit zehn Jahren führt. Nun stehe eine Neustrukturierung an, für die er aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen könne. „Zehn Jahre sind mir vorgekommen wie ein Wimpernschlag,“ bedankte sich Vogt bei vielen Wegbegleitern. Um die Zukunft sei ihm nicht bange, denn das Rheinauer Ehrenamt erlebe gerade einen neuen Schwung und das aktuelle Fest zeige sich „in einer Vielfältigkeit, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben“.