18. August 2021

„Mehr Abstand beim Überholen“

Neckarau

Am Samstag, 21. August, informiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Mannheim zwischen 10 und 14 Uhr in der Rheingoldstraße vor dem Rewe-Markt im Ortskern und vor dem Penny-Markt in Neckarau-West über die neuen Regeln in der Straßenverkehrsordnung.

Die Ende April 2020 in Kraft getretene neue Straßenverkehrs-Ordnung („Fahrradnovelle“) nebst Bußgeldkatalog hatte zahlreiche Verbesserungen für den Radverkehr gebracht, für die der ADFC lange gekämpft hat.

So wurde erstmals ausdrücklich festgelegt, dass Autofahrende beim Überholen von Radfahrenden mindestens 1,50 Meter Sicherheitsabstand halten müssen. Dieser Abstand muss auch eingehalten werden, wenn die Radfahrenden wie in der westlichen Rheingoldstraße auf einem Schutzstreifen fahren.

Auf Straßen außerorts beträgt der Mindestabstand zwei Meter.

Häufig nennen Radfahrende einen zu geringen Abstand durch überholende Kraftfahrzeuge als Grund das Fahren auf der Fahrbahn zu vermeiden.

Je größer und schneller die überholenden Fahrzeuge sind, desto stärker wirken sich neben dem Erschrecken vor allem bei geringem Abstand aerodynamische Effekte wie Luftverwirbelungen oder Sogwirkungen aus. Diese können zu einem Fahrradunfall führen ohne dass eine eigentliche Berührung stattfindet.

Lastwagenfahrende sind daher in besonderem Maße verpflichtet Radfahrende nur zu überholen, wenn die verfügbare Fahrbahn dafür breit genug ist.

Beim Überholen von Kindern oder anderen erkennbar unsicheren Radfahrenden müssen Kraftfahrende immer damit rechnen, dass unvorhersehbar größere Lenkausschläge einen besonders großen Sicherheitsabstand erfordern.

Radfahrende selbst müssen einen hinreichenden Sicherheitsabstand zu geparkten Kraftfahrzeugen einhalten, um Kollisionen mit ordnungswidrig geöffneten Fahrzeugtüren zu vermeiden.

Die Bußgelder reichen von 30 Euro - wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde - bis zu 100 Euro und einem Punkt, wenn durch unzureichenden Sicherheitsabstand ein Kind, ein hilfsbedürftiger oder älterer Mensch geschädigt wurde.

Auch die Bußgelder für das Zuparken von Radwegen sind auf bis zu 100 Euro deutlich erhöht worden, und auch das Halten auf Schutzstreifen ist jetzt ausdrücklich verboten.